ASRM 2011

Im Rahmen des Architektursommers Rhein-Main hat unter Leitung von conhereos das Projekt »Architektur und künstlerische Raumproduktion« auf dem Gelände des Künstlerviertels und in den Atelierräumen des »kombinart« stattgefunden. An Beispiel dieses Neubaugebietes sollen planspielerische Projekte dazu entstehen, wie sich ein Wohnquartier unter künstlerischen uns sozialen Aspekten entwickeln könnte. Das Künstlerviertel wird dabei als Ort der Raumproduktion verstanden, wie auch zur Generierung einer »social community«. Einflüsse von Formen des Wohnungsbaus sowie städteplanerische Bedingungen werden vor Ort untersucht.

conhereos beschäftigt sich seit Jahren mit zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum. Der Fokus der Projekte liegt darauf, Beziehungen zwischen physikalischem und sozialem Raum herzustellen.
Das »Künstlerviertel« war gerade im entstehen, zu einen großen Teil schon bezogen. Die Beobachtungen in diesen neunen Stadtteil zeigten die Defizite der Planung, bei Fehlen eines kommunikativen Ansatzes, deutlich. Üblicher Pragmatismus stand bei der Planung im Künstlerviertel offensichtlich im Vordergrund. Die Ausrichtung von Baukörpern, die missglückte Platzgestaltung und die Dominanz von Parkflächen zeigen sehr deutlich, dass hier die Möglichkeit verspielt wurden, einen gelebten Wohnort zu schaffen mit interaktiven öffentlichen Bereichen. Dabei zu erwarten, das es nicht bei der Bildung von öffentlichen Bereichen nicht um Konsumfläche handeln darf. Kreativität, wie auch eine Umsetzung von historische Erfahrungen, finden sich leider hier nicht.
Interessant war auch der Umgang mit Begrifflichkeit für das Verkaufmarketing bei den privaten Bauträgern. So wurde »Künstlerviertel« als assoziativen Begriff für Mondänität und kreativer Belebtheit missbraucht. Einfache Grünflächen, euphemistische als Parkanlage benannt. Es lässt vermuten das ein städteplanerischer oder sozialer Ansatz, Angesicht der privaten Investoren gar nicht realisierbar war. Leider wie so oft fehlen auch hier die tatsächliche Zusammenarbeit, eine Verfahren in dessen Umsetzung die Wünsche der Bewohner ein kollektive und gemeinsame Planung hervorbringen. Diese würden sich posthum nur noch als Kritik sich äußern können, sondern eine Identifikation mit dem eigenen Quartier generieren.

Im Rahmen des Projektes wurde zunächst die philosophiegeschichtliche Entwicklung des Begriffs »Raum« erklärt.
Im Anschluss folgte ein Beitrag zum Thema Öffentlicher Raum und dessen kultureller Definitionen.
Ein gemeinsamer Spaziergang durch das Viertel im Anschluss an die Vorträge bot Gelegenheit, einen Abgleich der Vor-
träge mit den Bedingen des Raumes gemeisam zu diskutieren.

Eine temporäre künstlerische Interventionen fand ergänzend zur Aktion im Viertel statt.
Hierzu wurden aktuelle Befindlichkeiten -banale und wichtige, immer aber persönliche- der Bewohner in einer vorherigen Befragung zusammengetragen. Diese Statements wurden gemeinsam mit erstellten fotografischen Impressionen durch von conhereos entwickelte »Flaschenpostwerfer« im Viertel abgeworfen. Sie erfassten auf einer erweiternden Ebene den öffentlichen Raum und luden spielerisch den Betrachter ein, sich dazu in Beziehung zu setzen.

An dem Projekt waren beteiligt:
Astrid Kruse
Suse Kühnhold
Claudia Müller
Dr. Christian Rabanus
Mirko Schwartz
Markus Quiring
Es gelang die Städteplanerin Marion Goerdt für die Idee zu begeistern und über die aktuelle Entstehung diese Wohnquartiert in Wiesbaden eine Position zu beziehen.

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