Konzept ASRM 2015

Freizeit und Erholung im urbanen Raum 

Grundsatz:

conhereos hat im Jahr 2011 eine Befragung von Bewohnern der Mainzer Neustadt durchgeführt. Anlass war die bevorstehende Neubebauung des Areals des ehemaligen Container Hafens. Ein Wunschkatalog sollte den Bewohner des Quartier die Möglichkeit geben völlig frei von städteplanerischen Vorgaben, ihre Vorstellungen einer zukünftigen Nutzung zu formulieren.

Eine deutliche Mehrheit der eingereichten Wünsche, beschrieb die erhoffte Nutzung als ein Geländes mit großzügigen Freizeit- und Naturbereichen. Insbesondere die Neugestaltung des Rheinufer, sollte in einer nachhaltigen, renaturalisierten Form geschehen, die der Bevölkerung für Erholung und Sport zur Verfügung stünde. Eine Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern wurde in den meisten Fällen stark kritisiert.

Diese Äußerungen stehen in Gegensatz zu urbanistischen Bebauungsziele der Städteplaner, solche Wünsche finden sich kaum in der aktuellen Politik wieder, da die schlechten finanziellen Bedingungen der Städte scheinbar diese nötigen, eine konsequente Vermarktung ihrer letzten Freifläche zu Gunsten ihrer leeren Kassen zu rechtfertigen.

Als interessantes Gegenbeispiel  wäre das Bauprojekt des Tempelhofes Feldes zu betrachten. Die Versuche des Berliner Senates mit aktiver Bürgerbeteiligung eine demokratische Bebauung zu realisieren  scheiterten mit den Volksentscheid von 2014. Die Mehrheit wollte keinerlei Bebauung, sondern das bestehen bleiben der derzeitigen Freiflächen, trotz Wohnungsmangel und bewohnernaher Bebauung Konzepte.

Idee:

Für den ASRM 2015 möchte conhereos die ufernahe Regionen des Rhein Main Gebietes auf Ihre Potentiale als naturnahe Freizeitfläche hin untersuchen. Die Landschaft an den Grenzen der Stadt soll unter dem Aspekt einer Symbiose des Urbanes verstanden werden und die Nutzung dieser Freiflächen als Entlastungsbereich eröffnen für die Immission strapazierten Bevölkerung.

Rückbau der Uferzonen, ausloben von Brachflächen für spontane Vegetation und konstruktives beseitigen von Schutt- und Müllflächen werden aufgeführt.  Die Bewohner könnten aufgefordert werden mit Public – oder Guerilla Gardening Aktionen kleine Zeichen setzen einer bewussten Verbesserung ortsnaher Erholungsflächen.

Kunstobjekte der Gruppe conhereos werden für einige Bereiche dieser expeditionsartigen Landschaftsforschung exemplarisch entwickelt und visualisiert. Diese werden mit Text, Bild und Film in eine präsentationsfähige Form gebracht und in einer Ausstellung gezeigt.

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Sollte die Finanzierung gelingen wird ein »Foresight*« an einer ausgewählten Uferzonen realisiert und den Bewohnern für eine dauerhaften Nutzung zur Verfügung gestellt.

*»Foresight´s« sind begehbare Kunstobjekte die conhereos in verschiedenen Formen entwickelt hat. Sie sind im weitesten Sinne Aussichtsplattform und werden meist durch eine farbige Verglasung zu geschützten Entspannungsräumen in luftiger Höhe. Ein »Foresight« fungiert als sozialer Impulsgeber in einer urbanen Landschaft, er ist solitäres Zeichen für den Betrachter und Möglichkeitsraum für den Nutzer zugleich.  Die Plattform dient als Sitzflächen und Ort einer Beobachtung.